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Maßnahmen bei Zeckenstichen

Der Sommer bringt jedes Jahr aufs neue das Risiko eines Zeckenstiches mit sich. Zecken stellen als Überträger von Krankheiten weltweit ein Problem dar. Sie gehören nicht zu den Insekten, sondern zu den Arachniden also zu den Spinnentieren. Bei Kontakt besteht das Risiko der Übertragung von Krankheitserregern.

Zecken benötigen im Laufe ihrer Entwicklung mehrere Blutmahlzeiten. Dazu graben Sie sich auch bei Menschen an feuchtwarmen Stellen zum Blutsaugen regelrecht in die Haut ein und verankern sich dort. Im Zuge der Blutaufnahme über mehrere Tage kann die Größe der Zecke auf ein Vielfaches anwachsen. Der Zeckenstich als solcher ist fast nicht spürbar, da gleichzeitig ein schmerzstillendes Sekret abgegeben wird. Durch den Speichel der Zecke, in manchen Fällen auch über den Zeckenkot, können Krankheitskeime übertragen werden. Schon die sachgerechte Entfernung der Zecke kann dieses Risiko vermindern.

Entfernung der Zecke

Die Zecke wird soweit vorne wie möglich direkt über der Einstichstelle gepackt, vorsichtig gelockert und anschließend durch drehende Bewegungen langsam nach oben herausgezogen. Wenn keine Zeckenzange zur Verfügung steht, kann das Herausziehen mit den Fingernägeln gemacht werden. Die Zecke sollte dabei nicht zerdrückt werden. Deshalb ist die Verwendung einer speziellen Zeckenzange unbedingt empfehlenswert, da die Zecke fest gepackt werden kann, ohne sie zu zerquetschen oder zu zerschneiden.

Entgegen der verbreiteten Meinung soll die Zecke nicht mit Öl, Vaseline oder Alkohol beträufelt werden. Dadurch wird die Zecke zwar betäubt und kann anschließend einfacher entfernt werden, gleichzeitig wird aber auch vermehrt Zeckenspeichel ebgegeben, der Krankheitserreger enthalten kann.

Im günstigsten Fall lebt die Zecke noch nach dem Ablösen, da dann am wenigsten Zeckenspeichel oder -kot abgegeben wurde. Prüfen Sie, ob die Zecke an einem Stück entfernt wurde, indem Sie die Zecke, aber auch die betroffene Stelle genau auf etwaige Reste untersuchen.

Die Stichstelle sollten Sie für mindestens eine Woche beobachten. Ensteht dort nach sieben Tagen eine kreisförmige Hautrötung, die fortschreitet und wandert, so ist dies ein deutlicher Hinweis auf eine Infektion mit Borreliose. In diesem Falle ist der sofortige Arztbesuch unbedingt erforderlich.

Lyme-Borreliose

Die Lyme-Borreliose ("Wanderröte") ist eine bakterielle        Erkrankung und in unseren Breiten die häufigste Folgeerkrankung nach Zeckenbissen. Das Krankheitsbild wurde erstmals 1975 in Lyme im US-Bundesstaat Connecticut beobachtet. Die Borreliose ist in allen gemäßigten Klimazonen der Erde (Europa, Nordamerika, Asien und Australien) verbreitet. Der Borreliose-Erreger ist im Blut gut nachweisbar. Die Therapie erfolgt mit Doxycyclin 100 - Tabletten über einen Zeitraum von 10 Tagen.

Gegen Lyme-Borreliose gibt es keine Impfung. Die Infektion ist eher unproblematisch, sofern sie rechtzeitig erkannt wurde und behandelt wird. Im anderen Falle treten erhebliche Spätschäden auf. Die ersten Anzeichen sind grippeartig mit Fieber, Schüttelfrost und Husten. Danach treten Muskelerkrankungen und rheumatische Erkrankungen bis hin zu Entzündungen des Herzmuskels auf. Trotz dieser Risiken ist die ebenfalls durch Zecken übertragene Frühsommer-Meningo-Encephalitis (FSME) aber die bekanntere mögliche Erkrankung.

FSME

Obwohl bekannter, tritt die Frühsommer-Meningo-Encephalitis (FSME) ca. 100-fach seltener als Folge eines Zeckenstiches auf. FSME ist eine durchViren ausgelöste Entzündung der Gehirnhaut. Die ersten Symptome sind ebenfalls grippale Erscheinungen (Mattigkeit, Müdigkeit, Kopf- , Gelenk- und Gliederschmerzen). Im weiteren verlauf kommt es zu mäßigem Fieber, Lichtscheue und Sehunschärfe, Gliederschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Sprachstörungen, Lähmungen und Gehunfähigkeit.

Die Erreger der FSME sind besonders in Österreich, Italien, Osteuropa, GUS und in einigen Gebieten Süd- und Ostdeutschlands verbreitet. Exakte Angaben in Bezug auf Ihr Reiseziel erhalten Sie in unserer Apotheke.

Gegen FSME ist eine Impfung möglich. In solchen Gebieten bzw. bei Reisen in solche Regionen ist eine Impfung durchaus empfehlenswert. Insgesamt werden dabei vom Arzt drei Injektionen in das Muskelgewebe verabreicht, von denen die ersten beiden mit einem Abstand von 14 Tagen erfolgen. Danach besteht ein kurzfristiger Schutz von ca. 95%. Nach 9-12 Monaten muß die Grundimmunisierung durch eine dritte Injektion vervollständigt werden. Danach hält der Schutz ca. drei bis fünf Jahre. Nach Empfehlung der ständigen Impfkommission sollte eine Auffrischung alle 3-5 Jahre durch eine einzelne Impfdosis erfolgen.

Nach der Impfung ist mit den üblichen Impfreaktionen zu rechnen, die anzeigen, daß das Immunsystem auf die Impfung reagiert und einen Schutz aufbaut. Die Reaktionen äußern sich in örtlichen Hautrötungen und Schwellungen an der Impfstelle oder in leichtem Fieber. Diese Reaktionen lassen nach wenigen Tagen nach.

Vorbeugende Maßnahmen

Geschlossene Kleidung schützt vor Zeckenstichen. Unbedeckte Körperstellen sollten mit zur Zeckenabwehr geeigneten Repellents (Lotion, Creme, Spray, Pumpspray) eingerieben werden. Meiden Sie dichtes Gebüsch.